Ruhig und voll Freude - statt ständig angespannt.
Viele Menschen erleben sich als durchgängig angespannt, gestresst, belastet. Es fällt ihnen schwer, sich zu entspannen und mit Leichtigkeit durchs Leben zu gehen. Es hängen oft dunkle Wolken über ihrem Tag, die die Sonne nicht durchlassen.
Was wäre, wenn das eine normale Reaktion Ihres Körpers auf früheres unnormales Erleben wäre? Vielleicht schon als kleines Kind? Und du selbst kannst nichts dafür?
Erlebte Schrecken bleiben…
In Deutschland haben die meisten alten Menschen den 2. Weltkrieg hautnah miterlebt. Sie erlebten die Schrecken des Krieges und wurden davon überwältigt. Und das ist eine nachvollziehbare Reaktion: Unser Nervensystem ist für Ereignisse nicht geschaffen, die uns überrollen, zutiefst erschrecken und ohnmächtig fühlen lassen. Wenn wir solchen Schocks auch noch immer wieder und über längere Zeit ausgesetzt sind, reagieren Gehirn und Körper mit einem Notfallmechanismus. Der ist in diesem Moment hilfreich, hat aber leider ungute Auswirkungen.
Der Krieg hat die Menschen in ihrem Nervensystem, in ihrer Seele verletzt. Und diese Verletzungen haben sie in ihrem Erleben und Verhalten verändert. Durch den Schrecken, der bleibend in ihnen ist, haben sie die Verbindung zu sich selbst, ihrem Körper, ihrer Umwelt und anderen Menschen verloren.
…und gehen über auf die Kinder.
Und das hat ihre Kinder geprägt. Eine rigide Erziehung ohne Einfühlen in das Kind, ohne Mitgefühl, hat auch bei diesem Verletzungen bewirkt. Bei Säuglingen, die regelmäßig allein gelassen wurden, hatte das Auswirkungen auf eine ungünstige Entwicklung des gesamten Nervensystems - die Grundlage für Angespanntheit, Unruhe und eine mangelnde Fähigkeit zur Selbstberuhigung.
Die Folgen von wiederkehrenden einschneidenden Erlebnissen wird, das weiß man heute, bis in die 3. oder 4. Generation weitergegeben. Betroffenen Eltern fällt es schwer, die Verbundenheit und die Bedürfnisse des Kindes zu spüren und so mit ihm umzugehen, wie es gut und förderlich ist. Diese Hypothek erschwert es dann den Kindern, gesunde Beziehungen aufzubauen.
Sie können alle nichts dafür, weder die Eltern noch die Kinder. Wenn Menschen Schlimmes erleben müssen, ist das zutiefst ungerecht. Und gleichzeitig sind wir alle eingeladen, nicht da stehenzubleiben, sondern uns auf den Weg zu machen, aus der Falle herauszukommen. Und das ist - Gott sei Dank! - möglich.
Doch du kannst Sicherheit finden.
Unser Nervensystem ist immer auf der Suche nach Sicherheit, nach Ruhe und Aufgehobensein. Nach Wohlbefinden. Nach einem mittleren Aktivierungsniveau - nicht zu wenig und nicht zu viel, das zu bewältigen ist.
Und da kannst auch du hinkommen. Wenn du dich selbst besser verstehst. Geduldig und freundlich mit dir bist. Deinen Weg findest, wie du Sicherheit erleben kannst. Und lernen, wie du dein Nervensystem beruhigen kannst.